Von links: René Kinle (Managing Director/CFO), Michael Schwunk (Geschäftsführer der VBU) und René Krieger (Managing Director/CTO) vor dem Visitec-Gebäude von Gebrüder Jaeger in Wuppertal.
Mehr als 100 Jahre Unternehmensgeschichte, internationale Marktpräsenz und ein klares Bekenntnis zum Bergischen Land: Im Austausch mit Gebrüder Jaeger standen Innovation, Ausbildung und die Zukunft des Standorts im Mittelpunkt.
„Ohne Innovation, keine Tradition.“
Mit diesem Leitsatz bringt Managing Director (CFO) René Kinle den Anspruch der Gebrüder Jaeger GmbH auf den Punkt: sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und dabei den eigenen Wurzeln treu zu bleiben.
Gegründet im Jahr 1924 in Wuppertal, hat sich das Unternehmen von einer regionalen Weberei zu einem weltweit tätigen Entwicklungs- und Fertigungspartner für die Baustoffindustrie, die Schuh- und Lederwarenindustrie sowie die Technische Industrie entwickelt. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe mehr als 750 Mitarbeitende weltweit und ist mit 15 Gesellschaften in 11 Ländern vertreten.
Der Wandel vom regionalen Textilunternehmen zum internationalen Lösungsanbieter ist dabei eng mit dem Anspruch verbunden, bestehende Produkte und Verfahren zu optimieren und an neue Anforderungen anzupassen.
Vom Traditionsunternehmen zum internationalen Lösungsanbieter
Heute produziert das Unternehmen hochwertige textil- und kunststoffbasierte Komponenten für industrielle Anwendungen. Die Construction Industry (Bauindustrie) bildet dabei den größten Geschäftsbereich der Unternehmensgruppe. Managing Director (CTO) René Krieger beschreibt die strategische Ausrichtung des Unternehmens wie folgt:
„Wir wollen ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln sein. Als Familienunternehmen ist es uns wichtig, international zu wachsen und gleichzeitig der Region verbunden zu bleiben.“
Die vollständige Eigenkapitalfinanzierung gibt dem Unternehmen die finanzielle Stabilität, weiter in Innovationen, Digitalisierung und Automatisierung zu investieren.

Verwurzelt im Bergischen Land
Gemeinsam mit Kundinnen und Kunden und Lieferantinnen und Lieferanten entstehen Spezialkabel für anspruchsvolle Einsatzbereiche. Kurze Reaktionszeiten, hohe Flexibilität und vertrauensvolle Partnerschaften bestimmen die tägliche Zusammenarbeit. Erfahrungen aus der Praxis fließen unmittelbar in neue Konstruktionen ein. So entstehen Lösungen, die sich im täglichen Einsatz bewähren und langfristig überzeugen.
Für René Kinle bietet das Bergische Land gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Industrie. „Das Bergische Land wird häufig unterschätzt“, so der Managing Director (CFO). Die hohe Dichte erfolgreicher Unternehmen und die enge Vernetzung innerhalb der regionalen Wirtschaft seien große Stärken der Region.
Dass Gebrüder Jaeger langfristig auf den Wirtschaftsstandort setzt, zeigt sich auch in konkreten Investitionen. Anfang Mai gab das Unternehmen einen Investitionsantrag über rund fünf Millionen Euro für den Ausbau des Wuppertaler Standorts frei. Wie wichtig dem Unternehmen dabei auch die eigene Nachwuchsförderung ist, unterstreicht der Blick auf die Ausbildung. Personalleiterin Lena Thiesen verweist auf eine Ausbildungsquote von zehn Prozent:
„Ich kenne derzeit kein Unternehmen, das eine solche Quote hat.“
Thiesen betont, dass Gebrüder Jaeger Fachkräfte langfristig an das Unternehmen binden möchte. Dafür setzt das Unternehmen auf individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, Auslandsaufenthalte während der Ausbildung und eine Unternehmenskultur, in der Teamzusammenhalt und persönliche Entwicklung ebenso wichtig sind wie die fachliche Qualifizierung.
Innovation und Nachhaltigkeit gemeinsam denken
Für Gebrüder Jaeger gehören die Themen Innovation und Nachhaltigkeit eng zusammen. Ein Großteil der Produktionsreste kann bereits recycelt und wieder in den Fertigungsprozess zurückgeführt werden. Dabei geht es dem Unternehmen auch darum, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Produkte zu erhalten. Zudem bietet das Unternehmen für viele Produkte nachhaltige Alternativen mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit an.

Investitionen setzen verlässliche Bedingungen voraus
Investitionen brauchen aus Sicht von Gebrüder Jaeger vor allem verlässliche und zügige Verfahren. Am Beispiel eines Investitionsprojekts am Wuppertaler Standort schildert das Unternehmen, wie langwierige Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren Investitionen verzögern und personelle Ressourcen binden. Für die Umnutzung einer bestehenden Halle von einer Lager- zu einer Produktionshalle sei trotz vorhandener Bausubstanz ein neuer Nutzungsänderungsantrag erforderlich.
Nach Einschätzung des Unternehmens sollten Städte und Kommunen die wirtschaftliche Entwicklung stärker unterstützen. Dabei gehe es vor allem um schnellere und praxistauglichere Verfahren, damit Unternehmen Investitionen zügig umsetzen können.
Im internationalen Vergleich könnten vergleichbare Bauvorhaben häufig deutlich schneller umgesetzt werden. Aus Sicht des Unternehmens ist das ein Wettbewerbsnachteil, der nicht nur einzelne Unternehmen betrifft, sondern auch den Industriestandort Deutschland.

Gemeinsam für einen starken Industriestandort
Starke Netzwerke und Verbandsarbeit spielen für Gebrüder Jaeger eine wichtige Rolle. Die VBU bringt die Anliegen der Industrie praxisnah in den politischen Dialog ein und schafft Möglichkeiten für den Austausch innerhalb der regionalen Wirtschaft.
„Der direkte Dialog mit unseren Mitgliedsunternehmen ist die Grundlage unserer Verbandsarbeit. Nur wenn wir die Herausforderungen der Unternehmen kennen, können wir ihre Anliegen gegenüber der Politik wirksam vertreten“, sagt Michael Schwunk, Geschäftsführer der VBU.
Auch René Kinle sieht im politischen Dialog eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland. Sein Wunsch an die Politik ist klar:
„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die zur unternehmerischen Realität passen und Unternehmertum nicht bremsen, sondern ermöglichen. Dann können Unternehmen wie Gebrüder Jaeger investieren, wachsen, ausbilden und auch in Zukunft industrielle Wertschöpfung im Bergischen Land sichern.“


