MINT-Frühjahrsreport 2026

Die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hängt in hohem Maße von Fachkräften aus den MINT-Bereichen – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – ab. Im sogenannten MINT-Report analysieren Forschende des Instituts der deutschen Wirtschaft regelmäßig, zweimal im Jahr, die aktuelle Lage und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in diesen Fachgebieten.

Die aktuellen Ergebnisse des MINT-Report 2026 zeigen, dass trotz der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Lage weiterhin erhebliche Fachkräfteengpässe bestehen. So können derzeit rund 133.900 MINT-Stellen rechnerisch nicht besetzt werden. Besonders betroffen sind Facharbeiterberufe mit abgeschlossener Berufsausbildung, die den größten Anteil der offenen Stellen ausmachen, gefolgt von akademischen Expertenberufen sowie spezialisierten Tätigkeiten auf Meister- und Technikerniveau. Branchenspezifisch treten die größten Engpässe vor allem in Energie- und Elektroberufen, in der Metallverarbeitung, im Bauwesen sowie in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik auf.

Auch mittel- und langfristig ist keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil: Der demografische Wandel wird die Situation weiter verschärfen. Bis zum Jahr 2034 könnten dem Arbeitsmarkt rund 138.600 MINT-Beschäftigte weniger zur Verfügung stehen. Während die Beschäftigung in MINT-Berufen in den vergangenen Jahren noch deutlich gewachsen ist, droht künftig sogar ein Rückgang, sofern keine gezielten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, hebt der Report mehrere zentrale Handlungsfelder hervor. Dazu zählen insbesondere die stärkere Einbindung bislang unzureichend genutzter Potenziale: Frauen sollen gezielter für MINT-Berufe gewonnen werden, ältere Fachkräfte länger im Erwerbsleben verbleiben und qualifizierte Zuwanderung weiter erleichtert und gefördert werden. Im sogenannten Optimalszenario könnte so die MINT-Beschäftigung bis 2034 wieder deutlich steigen, wenngleich bestehende Engpässe nicht vollständig ausgeglichen werden können.

Zugleich betont der Bericht die zentrale Rolle des Bildungssystems. Eine nachhaltige Fachkräftesicherung erfordert Investitionen entlang der gesamten Bildungskette – von der frühkindlichen Förderung über den schulischen MINT-Unterricht bis hin zur beruflichen und akademischen Ausbildung. Wichtige Ansatzpunkte sind dabei die Stärkung von Grundkompetenzen, der Ausbau digitaler Infrastruktur und Kompetenzen, die Integration von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz sowie die gezielte Weiterentwicklung moderner Lehr- und Lernkonzepte. Ebenso entscheidend ist die Bekämpfung des Lehrkräftemangels, insbesondere in den MINT-Fächern, durch bessere Aus- und Fortbildungsangebote sowie zusätzliche Unterstützungssysteme.

Insgesamt macht der MINT-Report deutlich, dass die Sicherung von Fachkräften im MINT-Bereich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Nur durch koordinierte Maßnahmen von Politik, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft kann es gelingen, den Fachkräftemangel zu begrenzen und die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland langfristig zu sichern.

Mitgliedsunternehmen können den vollständigen Report und weitere Informationen dem A-Rundschreiben zum gleichen Thema entnehmen, das im ArbeitgeberNet unter „A-Rundschreiben“ und dort unter „Aktuelles“ gespeichert ist.