Bergischer Bildungscampus feiert Eröffnung mit über 350 Gästen

Mit mehr als 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und den Sozialpartnern hat der Bergische Bildungscampus (BBC) am Montag seine offizielle Eröffnung gefeiert. Mit dem neuen Bildungsstandort in Wuppertal-Varresbeck setzen die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU) und die regionalen Unternehmen ein starkes Zeichen für die Fachkräftesicherung in der Metall- und Elektroindustrie.

Gruppenfoto: v.l.n.r. Michael Schwunk, Andre Bovenkamp, Christiane Rüffer, Miriam Scherff, Jenny Westermann, Vera Bökenbrink, Knut Giesler, Matthias Heidmeier und Michael Vitz

Gemeinsam für die Fachkräfte von morgen

Der Veranstaltungsort machte direkt deutlich, worum es beim Bergischen Bildungscampus geht: Zwischen Fräsmaschinen, CNC-Anlagen und Werkbänke wurde die Eröffnungsfeier ausgerichtet. Vor der Halle des Campus boten Foodtrucks und Informationsstände Raum für Gespräche und Vernetzung.

Durch das Programm führte die Journalistin und Radio-Wuppertal-Moderatorin Christiane Rüffler. Auf der Bühne machten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften deutlich, welche wichtige Rolle die berufliche Bildung für die Fachkräftesicherung und die Zukunft des Industriestandorts Bergisches Land spielt.

„Wir hatten über 380 Anmeldungen. Daran sieht man, wie wichtig die Themen Ausbildung und Fachkräfte für unsere Region sind“, betonte Vera Bökenbrink, Vorsitzende der Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände.

Klares Bekenntnis zur Industrie im Bergischen Land

In ihrem Gespräch blickte Bökenbrink auf die Geschichte des Projekts zurück. Die Wurzeln des heutigen Bildungscampus liegen in der Gemeinschaftslehrwerkstatt der Industrie von Velbert und Umgebung e.V. (GLW), die bereits 1938 gegründet wurde und über Jahrzehnte hinweg Fachkräfte für die Metall- und Elektroindustrie ausgebildet hat.

Als die Zukunft der Einrichtung zunehmend unsicher wurde, entschied sich der Bergische Arbeitgeberverband der Metallindustrie, die GLW zu übernehmen und als Bergischer Bildungscampus gGmbH neu aufzustellen. Insgesamt wurden mehrere Millionen Euro in den Standort investiert. Hinzu kommt ein langfristiger Mietvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren.

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zur Industrie im Bergischen Land. Wir glauben an unsere Unternehmen und an die Zukunft der beruflichen Bildung“, so Bökenbrink.

Ausbildung als Schlüssel gegen den Fachkräftemangel

Auch Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff hob die Bedeutung des neuen Bildungsstandorts hervor. Die große Vielfalt der Gäste zeige, welche Bedeutung dem Projekt beigemessen werde.

Besonders wichtig sei aus ihrer Sicht die Berufsorientierung junger Menschen. „Zu viele junge Menschen bleiben nach ihrem Schulabschluss ohne Ausbildung. Das können wir uns angesichts des Fachkräftemangels nicht leisten“, sagte Scherff. Der Bergische Bildungscampus sei deshalb ein wichtiger Baustein, um mehr junge Menschen für technische Berufe und das Handwerk zu begeistern.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, begrüßte ebenfalls die Entwicklung des Standorts. Er freue sich darüber, dass hier wieder ein Ort entstanden sei, an dem junge Menschen praktische Fähigkeiten erlernen und berufliche Perspektiven entwickeln könnten. Er erinnerte hierbei an seine eigene Zeit als Betriebsratsvorsitzender bei Schaeffler.

Duale Ausbildung als Stärke des Wirtschaftsstandorts

Mit einem klaren Appell für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen richtete sich Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Matthias Heidmeier an die Gäste. Angesichts rückläufiger Industriearbeitsplätze müsse es gelingen, die wirtschaftlichen Stärken des Landes wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Dabei spiele die duale Ausbildung eine zentrale Rolle. Heidmeier betonte die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und bezeichnete eine Ausbildung als „Ticket für ein sicheres Leben“.

Der Staatssekretär fasst beeindruckt zusammen: „So eine Ausbildungsstätte wie diese hier gibt mir Optimismus für eine gute Zukunft.“

Neuer Bildungsstandort mit Perspektive

Der Bergische Bildungscampus soll künftig praxisnahe Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote für die Metall- und Elektroindustrie bündeln. Geplant sind unter anderem Angebote in den Bereichen Elektrotechnik, Mechatronik und duales Ingenieurstudium sowie Maßnahmen zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Ein wichtiger Vorteil des Standorts ist zudem die verbesserte Verkehrsanbindung. Seit Anfang September hält die Schnellbuslinie SB66 direkt an der Haltestelle Krummacherstraße vor dem Campus. Dadurch wird der BBC insbesondere für Auszubildende aus dem Kreis Mettmann deutlich besser erreichbar.

Zum Abschluss der Veranstaltung machte BBC-Geschäftsführerin Jenny Westermann deutlich, dass mit der offiziellen Eröffnung zwar ein wichtiger Meilenstein erreicht sei, die eigentliche Arbeit jedoch jetzt beginne. Ziel sei es, den Campus weiterzuentwickeln, zusätzliche Bildungsangebote zu schaffen und weitere Partner für das Projekt zu gewinnen. Mit seinem modernen Konzept, seiner engen Vernetzung mit Unternehmen und seinem klaren Fokus auf die Fachkräftesicherung will der Bergische Bildungscampus künftig einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Bergisches Land leisten.

Weitere Infos finden sie unter: Bergischer Bildungscampus Wuppertal | Ausbildung & Weiterbildung Industrie

Wuppertaler Oberbürgermeisterin Miriam Scherff betont die Berufsorientierungsmaßnahmen des Bergischen Bildungscampus.

Über 380 Gäste feiern zusammen die Eröffnung des Bergischen Bildungscampus.

Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Matthias Heidmeier auf der Bühne im Gespräch mit Moderatorin Christiane Rüffler.

Drohnenaufnahme der neuen Ausbildungsstätte.

Vor der Halle des Campus boten Foodtrucks und Informationsstände Raum für Gespräche und Vernetzung.

Werkbänke und weitere Industriemaschinen für die künftigen Auszubildenden.