#Chemie26: Jahreswirtschaftsbericht – Da hatte sie deutlich mehr erwartet, die Bundesregierung

Der nächste Dämpfer für alle, die auf das Prinzip Hoffnung setzen: Um fast ein Viertel senkt die Bundesregierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr – von 1,3 Prozent auf nur noch 1,0 Prozent.

Damit bleiben die Erfolgsaussichten der deutschen Wirtschaft erneut hinter den Erwartungen für vergleichbare Volkswirtschaften zurück. Überraschend ist das nicht: Deutschlands Wirtschaft hat schon im letzten Jahr mit nur 0,2 Prozent Wachstum kaum Anzeichen einer Erholung von der Rezession gezeigt. Stärkster Bremsfaktor: die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Sie steckt in der schwersten Krise seit Jahrzehnten – Aufträge fehlen und der Export zieht ebenfalls kaum an.

Als zweite Ursache führt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche an, dass sich die staatlichen Investitionen nicht so schnell auf die Wirtschaftsleistung auswirken wie erhofft. Das erwartete Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft speist sich vor allem aus dem im letzten Jahr beschlossenen Sondervermögen für die geplanten Investitionen in Infrastruktur und Rüstung. Das bedeutet auch: Davon werden Unternehmen der Chemieindustrie direkt kaum profitieren. Umso wichtiger ist, die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie-Unternehmen durch eine tarifpolitische Atempause zu verbessern.