Tarifrunde #Chemie 26: Regionaler Auftakt in Nordrhein

Am 14. Januar 2026 starteten in Köln die regionalen Verhandlungen der Chemie-Tarifrunden 2026 für den Tarifbezirk Nordrhein.

Für die Gewerkschaften führte der Landesbezirksleiter und Verhandlungsführer der IGBCE Nordrhein, Thomas Meiers, die Gespräche. Die Arbeitgeberseite vertrat Randolf Bursian, Vorsitzender der Tarifkommission und Verhandlungsführer des Landesausschusses Nordrhein-Westfalen.

Die IGBCE formulierte folgende Forderungen:

  • tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung
  • Erhöhung der Einkommen für Tarifbeschäftigte und Auszubildenden
  • regionale Initiativen zu Ausbildung und Werkfeuerwehren

Zur Begründung verwies die Gewerkschaft auf positive wirtschaftliche Perspektiven, steigende Auftragseingänge sowie eine verbesserte Auslastung und Beschäftigungsentwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Entgeltsteigerungen gefährdeten aus ihrer Sicht die Wettbewerbsfähigkeit nicht.

Die Arbeitgeber widersprachen dieser Einschätzung deutlich. Entscheidend sei nicht der Umsatz, sondern die Produktionsmenge. Mit einer Auslastung der Chemieanlagen von nur 60 bis 70 Prozent arbeiteten viele Betriebe nicht wirtschaftlich. Ziel der Tarifrunde müsse daher die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit sein. Frühere Entgeltsteigerungen hätten die Lohnstückkosten spürbar erhöht. Themen wie Ausbildung und Werkfeuerwehren ordneten die Arbeitgeber als regionale Fragestellungen ein.

Darüber hinaus verwiesen die Arbeitgeber auf strukturelle Probleme der Branche, darunter dauerhaft geringe Anlagenauslastungen, sinkende Produktivität und im europäischen Vergleich hohe Arbeitskosten. Für tarifliche Lösungen nach dem „Prinzip Hoffnung“ sahen sie keinen Spielraum.

Die Tarifparteien setzen die Gespräche auf Bundesebene fort. Die erste Bundesrunde findet am 3. und 4. Februar 2026 in Hannover statt.